Presse

Zwischen Wäschebergen und Hadern mit dem „Navi“

Musikkabarett „Mütter“ begeisterte auf Einladung der Evangelischen Stadtmission über 400 Besucher in der Gallushalle

Grünberg (ab). Zugspitzenartige Wäscheberge, Toilettenpapier mit Bildungsbotschaften und die kleinen Sehnsüchte des Alltags – das waren einige Themen der „Mütter“, die am Samstag auf Einladung der Evangelischen Stadtmission in der Gallushalle gastierten. Mit wunderschönem Satzgesang und dem Programm „Wir meinen´s doch nur gut!“ gewannen Thea Eichholz, Carola Rink und Margarete Kosse die Herzen der über 400 Besucher – darunter einige Männer – im Handumdrehen.

Dass es nicht immer leicht ist, im Alltag alles unter einen Hut zu bekommen, davon kann jede Mutter ein Lied singen. Den drei Künstlerinnen gelingt es allerdings auf ganz unvergleichliche Art, dies in Lieder mit Ohrwurmcharakter zu verpacken. Mit Leichtigkeit und Witz, Gags und HipHop- Einlagen ziehen sie ihr Publikum mühelos in ihren Bann. Wozu auch „Tourbusfahrer“ Eberhard Rink am Piano und Akkordeon und singend erheblich beiträgt. Höchste Professionalität spürt man gleich zu Beginn: Begrüßung dreistimmig.
Mitten aus dem Alltag mit Kindern sind die „1000 Sätze , die beschreiben, was man lässt und was man tut“, die in den Titelsong „Wir meinen´s doch nur gut“ münden. Das „Schicksal aller Socken“ sorgte ebenso für Erheiterung wie das Schicksal aller Frauen, die ein Stück Hefe in sich tragen und deshalb unweigerlich irgendwann aufgehen. Urkomisch das Pubertäts – Medley : Selbst Nachbars Gartenzwerg hat eine höhere Zuhörbereitschaft als die eigenen Kinder. Nicht nur dabei begeistern – neben den stimmlichen Qualitäten – die darstellerischen Fähigkeiten und die Kostümierungen, vom Dirndl über das coole Hip-Hop-Outfit bis zu den Nikolausmützen, die Requisitenbeauftragte Margarete Kosse ihren Leuten scheinbar aufnötigt. Während bei Titeln wie „Fein gemacht“ oder „Schuld ist nur der Navigator“ die Stimmen im perfekten Trio erklingen, hat jede der drei „Mütter“ einen Solopart, in dem sie jeweils augenzwinkernd Einblick in ihr persönliches Leben geben.

Carola Rink setzt gleich zu Beginn mit Friedrich Hollaenders „Eine kleine Sehnsucht“ auf die Poesie, Margarete Kosse bekennt sich als Glucke, besingt „Glücksmomente“ beim Anblick ihrer schlafenden Kinder. Ernst wird es, als Thea Eichholz aus ihrem Leben erzählt – als verwitwete und allein erziehende Mutter braucht sie oft Gelassenheit und Zuversicht; in ihrem Lied „Gib mir deine Last“ verweist sie auf Gott.
Mit Selbstverständlichkeit, aber unaufdringlich fließt so die christliche Glaubensüberzeugung der Künstlerinnen in das eloquent-lockere Programm ein.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Wer Frauen wirklich versteht, das ist der Friseur. Hauptsache, die Bemühungen kommen von Herzen! Rundum verstanden, richtig gut unterhalten und mit manch alltagstauglichen Tipps versorgt, genossen die Besucher das fast dreistündige Programm. Fazit: „Die waren nicht nur witzig, sondern richtig gut!“

Giessener Allgemeine, 06.04.2011


Damen-Trio »Die Mütter« – scharfzüngig, sympathisch, temperamentvoll

Germanys next Top-Muttis gekürt

Extertal-Bösingfeld (sf). »Die Mütter« – Margarete (Kosse), Thea (Eichholz) und Carola (Rink) – rollten das Thema Bildung neu auf, referierten über Krümelberge unter dem Esstisch und lustwandelten pünktlich zum bevorstehenden Muttertag auf den Höhen der Überbelastung. 500 Besucher, darunter »auch tatsächlich einige Herren«, so die Kabarettistinnen scharfzüngig, verfolgten die ausverkaufte Comedy-Vorstellung im Gemeindezentrum der Freien Evangelischen Gemeinde (FeG) in Bösingfeld. Und sie waren begeistert – begeistert vom Wortwitz der drei Vollblutsängerinnen und Schauspielerinnen. Begeistert von den gesanglichen Qualitäten. Und last but not least begeistert von der sympathischen Art des temperamentvollen Damen-Trios.

Die »lieben Kleinen« waren natürlich Hauptthema des abendfüllenden Comedy-Programms. Mitreden können »Die Mütter«. Denn – nomen est omen – die drei Musikerinnen bringen es zusammen auf acht eigene Kinder. Da darf »Mutter den Humor nicht verlieren«. Das propagieren die Damen und mit ihrem Humor begeisterten sie auch das Extertal. Ob es um die auf der beschrifteten Toilettenpapier-Rolle »aufgerollte Bildung« ging oder um das herrlich selbstkritische, eifersuchtsgeprägte Verhältnis zur besten Freundin – die drei Berufsmusikerinnen hatten zu jedem Thema nicht nur etwas zu sagen, sondern vor allem etwas zu singen. Peppig verpackt in rhythmische Lieder – begleitet von Eberhard Rink am Piano – brachten sie Frauenwünsche kontra Bügelwäsche an die Frau – und den Mann.

Neben spritzigem Wortwitz gelangen mit einer lässigen Leichtigkeit auch die Übergänge zu poetischen Themen, denn »Poesie tut einfach gut« als Kontrastprogramm zum Hausfrauenalltag. Dass religiös geprägte Themen und Fragen à la »Was macht Dein Leben aus« auch in einem Kabarettprogramm ihren Platz haben können, bewiesen »Die Mütter« an diesem Abend eindrucksvoll. Partnerschaft, Zusammengehörigkeit, Schweigen – die Zuschauer erhielten ein dreistündiges, wohltuendes Wechselbad der Gefühle und Tonarten. Absolut gelungen.

»Germany’s next Top-Mutti« – eine Wortschöpfung der drei Damen: Extertal hat sie dreifach gekürt.

Für alle, die diese grandiose Performance verpasst haben: Am Donnerstag, 17. Juni gastieren »Die Mütter« ein weiteres Mal in Lippe, im Detmolder Sommertheater, ab 19.30 Uhr. Karten gibt es unter Tel. 05231-309458 oder über s.duestersiek@detmolder-sommertheater.de. Mehr Infos zu den Musikerinnen unter www.die-muetter.de

vom 29.05.2010 | Ausgabe-Nr. 22B
[Lippe Aktuell, 29.05.2010, Ausgabe-Nr. 22B]
Auto: Sylvia Frevert
http://www.lippe-aktuell.de



Interview „Die Mütter“ - Wir meinen’s doch nur gut!

Die Mutter als multifunktionales Wesen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken - das ist schon seit über zehn Jahren erklärtes Ziel des Musikkabarett-Trios „Die Mütter“.

Konzerte mit den „Müttern“ sind mittlerweile echte Events: Man lädt die besten Freundinnen oder Nachbarinnen dazu ein, mietet einen Kleinbus. Kurz: „Frau tut sich was Gutes.“ Humor ist garantiert, wenn „Die Mütter“ in ausverkauften Hallen mit schrägen Outfits, tollen Gags und fantastischen Songs den alltäglichen Wahnsinn auf die Bühne bringen. „Wir bieten ein Programm, bei dem vor allem Frauen und Mütter das Gefühl haben: ,Endlich denkt mal jemand an uns!‘“ „Die Mütter“ sprechen aus Erfahrung und damit vielen aus der Seele. Doch auch männliche Konzertbesucher werden zu bekennenden Wiederholungstätern. Beim ersten Mal nur mitgeschleift oder als Fahrer engagiert, kommen sie zum nächsten Konzert betont freiwillig und bringen auch noch ihre Kumpels mit! Sind die Auftritte doch auch eine echte Chance, Einsichten in die rätselhafte Welt der Frau so charmant und witzig präsentiert zu bekommen …

2006 überzeugte das Damentrio mit der ersten Live-CD „Kann denn Bügeln Sünde sein“. Mit dem neuen Album „Wir meinen’s doch nur gut!“ kommt 2010 endlich die langersehnte Fortsetzung. Wir haben Thea Eichholz, Margarete Kosse und Carola Rink einige Fragen zum Kabarett „Die Mütter“und zu ihrem neuen Album gestellt.

Wie kamt ihr auf die Idee, das „Mütter“-Kabarett zu gründen?
C.R.: Nachdem wir drei bei der Hochzeit unseres Musikerkollegen Thomas Adam zwei Musicalsongs zum Besten gegeben hatten, ging uns dieses witzige Erlebnis eigentlich nicht mehr aus dem Kopf. Margarete war bei diesem ersten Auftritt bereits hochschwanger. So ein Tänzchen mit Kugelbauch - das hatte schon was. Als wir dann wenig später alle drei Mütter waren, drängte es sich geradezu auf, aus dem Stoff, den das Leben so schreibt, ein Programm zu machen und damit aufzutreten.

Ihr seid 3 Mütter mit 8 Kindern und 3 vielbeschäftigte Gatten und doch häufig auf Tour. Wie bekommt ihr das alles unter einen Hut?
T.E.: Dazu braucht es schon einige „Zutaten“: einen liebevollen, fantasievollen Gatten, eine durch nichts aus der Ruhe zu bringende Oma, eine engagierte Tagesmutter und selbstständige Kinder, die - wenn man z. B. nach einer „Mütter“-Tour wieder heimkommt - schmusend erzählen, dass es mit „Papa allein“ eigentlich auch mal ganz schön ist, weil man da nicht ständig aufräumen muss... :-)

Ihr seid schon seit vielen Jahren Freundinnen. Ist persönliche Nähe hilfreich - oder vielleicht manchmal auch lästig, wenn man miteinander arbeiten muss?
M.K.: Ja, genau: beides. Aber das Hilfreiche überwiegt eindeutig! Ein kleines Beispiel: Es ist kurz vor dem Auftritt; wir sitzen in der Garderobe und machen uns fertig. Eine von uns ist furchtbar nervös, weil sie ein Heimspiel hat und jede Menge Nachbarn und Bekannte im Publikum sitzen. Um sie besonders gut aussehen zu lassen, schminken sich die beiden anderen spontan Warzen, schwarze Zähne und ‘nen verschmierten Lippenstift ins Gesicht. Das geht nur mit guten Freundinnen! (Die Gesichter wurden allerdings noch rechtzeitig wieder „restauriert“, das hätte doch sonst ganz schön abgelenkt …)

Ihr habt dem Thema „Muttersein“ eine Plattform geschaffen, die, wie der Erfolg zeigt, längst überfällig war. Was fasziniert euch persönlich an dem Thema?
C.R.: Unsere Lieder und Dialoge entstehen aus unserem Alltag heraus. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist das Lied „Wir meinen’s doch nur gut!“. Wenn man sich den Text anhört, merkt man: Er entstand aus dem Leben mit Kindern heraus. Oder bei dem Lied „Katze aus dem Sack“. Darin geht es um Empfindlichkeiten unter Freundinnen und wie man damit umgehen kann. Wir schreiben, spielen und singen Dinge, die uns als Mütter und auch als Frauen beschäftigen!

Wovon träumen die Mütter?
T.E.: Von einer Woche Langeweile, dem bügelnden Bofrost-Physiotherapeuten (ich hab immer ‘nen verspannten Nacken) und der Anti-Pubertäts-Pille. Und von Freundinnen, mit denen man auf der Bühne Musik machen darf … ups! Hab ich ja schon … so schnell erfüllen sich Wünsche …

Nun werdet ihr auch - trotz allem Humor - mitunter zwischendurch sehr ernst. Gibt es auch schwierige Momente, wenn man vor Publikum so viel innere Transparenz zeigt?
C.R.: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unser Publikum es besonders schätzt, wenn an einem Konzertabend auch die Herausforderungen des Lebens beim Namen genannt werden, die zu bewältigen sind. Eigentlich werden wir nicht wirklich ernst - es bleibt schon Kabarett, aber unsere Lebensgeschichten sind zum Teil ernst, und wir versuchen Einblick zu geben, wie wir auch mit Schwierigem umgehen. Zum Beispiel Theas Erfahrung mit dem Tod ihres Mannes und Vaters ihrer Kinder. Das war eine Sache, mit der wir uns alle auseinandersetzen mussten. Da kamen schon Fragen auf: Wieso passiert so etwas? Wie kann man so etwas Schweres ertragen? Wie bekommt man in einer so schwierigen Situation Hilfe? Kann man darin noch Gott erleben? Vielen Besuchern der Konzerte hat es Kraft gegeben, wenn sie gemerkt haben: Auch andere haben zuweilen Kämpfe zu bestehen und erleben dabei Gott.

Wer denkt sich eure Gags aus?
M.K.: Das Leben! Oft werden wir gefragt: „Wie kommt ihr denn auf sowas?“ Und dann sagen wir: „Wieso? Das WAR so!“ Häufig erzählt eine der anderen etwas am Telefon, lamentiert z. B. über gefühlte zwei Kilo Krümel unterm Esstisch, die Freundin erkennt darin die Realsatire und sagt: „Hey, das musst du aufschreiben, das wird ein neuer Sketch!“

Gibt es einen Erziehungstipp, den ihr jedem ans Herz legen würdet?
M.K.: Humor nicht verlieren, Gelassenheit bewahren! Die lieben Kleinen können uns in den verschiedensten Entwicklungsphasen ganz außerordentlich auf die Palme bringen. Da kann man sich dann leicht zum Affen machen - auf der Palme. Vor allem, wenn man anfängt, mit ihnen auf Augenhöhe zu diskutieren. Mein Tipp: Freundlich konsequent bleiben und danach zum Schreien kurz alleine in den Keller gehen und die Kartoffeln boxen!

Heute gehen leider viele Ehen und Familien auseinander. Habt ihr einen Tipp, wie man Familien stärken könnte?
T.E.: Ich kann nur von mir selbst ausgehen: Für meinen Mann und mich ist es wichtig, dass wir immer wieder die Dankbarkeit und die Freude hervorheben und beleben, die Freude über die Dinge, die uns geschenkt sind! Weil ich schon allein(-erziehend) gelebt habe, weiß ich es seither noch mehr zu schätzen, dass ich in einer Beziehung leben darf. Ich habe beruflich an einer „Supervision“ teilgenommen. Die Anregungen aus diesen Gesprächen begeistern mich und bereichern auch meine Ehe und die Familie ungemein. Wenn ich in meiner Beziehung irgendwann an unüberwindbare Grenzen stieße, würde ich mich nicht scheuen, Hilfe von außen zu suchen.

Deutschland hat gewählt: „Die Mütter“ dürfen eine Woche lang Bundeskanzler sein! Welche Gesetze würdet ihr erlassen?
Alle: Kinderarmut in einem so reichen Land wie Deutschland ist eine Katastrophe. Da müsste was passieren! Außerdem: mehr Geld für Bildung, kleine Schulklassen, genügend Materialien und Räume. Individuelle Förderung nicht nur fordern, sondern auch durch genügend Lehrkräfte möglich machen! Und schließlich: steuerlich absetzbare Extraschlafzimmer für nachweislich schnarchende Ehegatten einführen! (Schnarchgutachten eines Schnarchsachverständigen erforderlich!) Das schafft Arbeitsplätze und stärkt die Familie ganz praktisch, indem die Scheidungsrate sinkt!

Das Interview führte: Wencke Bates, Gerth Medien

 


Alltagsärger in Liedern verpackt

Iserlohn. Originell, komisch und nachdenklich - das alles sind „Die Mütter” Thea Eichholz, Carola Rink und Margarete Kosse, wenn sie mit ihrem Programm „Wir meinen's doch nur gut!” auf der Bühne stehen. Am Donnerstagabend philosophierten sie im Goldsaal der Schauburg über zugspitzenartige Wäscheberge, Toilettenpapier mit Bildungsbotschaft und kleine Sehnsüchte des Alltags.

Spielend leicht sangen sich die drei Freudinnen mit wunderschönem Satzgesang in die Herzen des überwiegend weiblichen Publikums und konnten auch die wenigen anwesenden Männer mit witzigen Offenbarungen für sich gewinnen. „Das Schönste an unseren Auftritten ist die Resonanz, die wir von anderen Frauen erhalten”, erzählt Carola Rink nach dem Auftritt. „Da wird uns bestätigt, was wir auch auf der Bühne vermitteln. Dass es eben nicht immer leicht ist, den Alltag zu bewältigen und alles unter einen Hut zu bekommen.”

Diese kleinen und großen Probleme des alltäglichen Lebens verpacken „Die Mütter” in Liedern mit Ohrwurmcharakter und singen sie mit samtweichen Stimmen so pointiert, dass man noch Sekunden nach dem Verklingen des letzten Tons eine Stecknadel fallen hören könnte. Mit Leichtigkeit und Witz ziehen die drei Kabarettistinnen, die musikalisch von „Tourbusfahrer” Eberhardt Rink begleitet werden, das Publikum mit Gags, Slapstick und HipHop-Einlagen in ihren Bann.

Es ist die Authentizität, die das Programm so spannend macht. „Wir machen auf der Bühne einen Streifzug durch unser Leben, das ist höchst persönlich”, bestätigt Margarete Kosse. Herrlich selbstironisch thematisieren „Die Mütter” gluckenhaftes Verhalten oder Gewichtsschwankungen und scheuen sich nicht, auch die zeitweise Überforderung mit Haushalt, Kindern und Beruf anzusprechen. „Wir sind quasi Balsam für gestresste Frauenseelen und das schon seit zehn Jahren”, berichtet Carola Rink und fügt Augen zwinkernd hinzu: „Den Männern schadet dieser Einblick in die Frauenwelt ja auch nicht.”

[Der Westen, 17.05.2009]
Auto: Sabrina Kauschke
http://www.derwesten.de


Mütterliches Kabarett

LÖRRACH. Zwischen Wäschebergen, Tuppersets und pubertierenden Kindern ist es nicht einfach für Mütter, sich Freiraum zu verschaffen. Thea Eichholz, Carola Pink und Margarete Kosse vom Musik-Kabarett "Die Mütter" schafften es an diesem Wochenende, sich ein paar Stunden von ihren familiären Pflichten loszueisen. Sie präsentierten im Saal der Freien Evangelischen Gemeinde ihr Programm "Wir meinen´s doch nur gut" und zeigten dabei Komisches und Nachdenkliches.

Das Mutterdasein an sich birgt ausreichend Komisches, um daraus ein abendfüllendes Programm zusammenzustellen. Wenn man dann auch noch über so viel gesangliches Talent wie dieses Mütter-Trio verfügt, ist ein rundum gelungener Abend garantiert. Ob jodelnd im Dirndl oder rappend, machten die drei Damen eine gute Figur. Eberhard Rink begleitete das Trio musikalisch mit Piano, Claviola und Akkordeon.

Die selbst verordnete Diät, der Babysitter, der keine Zeit hat, oder in den Augen ihrer pubertierenden Kinder "peinlich" zu sein - keine Begleiterscheinung des Mutterdaseins ist den singenden Müttern fremd. Zu den Begleiterscheinungen zählen auch die Männer: Ein kurzes "Telefonat" während der Tour, in dem der Liebste zu Hause instruiert wird, wie er das vorbereitete Abendessen warm bekommt ("Nein, nicht der weiße Kasten, das ist der Wäschetrockner. Ja, die Mikrowelle piept auch, aber anders"), kam einigen Frauen im Publikum vielleicht vertraut vor.

Die Männer im Publikum - als "Minderheiten" begrüßt - bekamen zum Zeitvertreib Zeitschriften, denn wohl nur der eine, der keine Zeitschrift wollte, war freiwillig da, mutmaßten die Mütter. Mit einer großen Portion Selbstironie griffen sie Alltägliches auf, setzten es gesanglich in Szene oder erzählten einfach darüber. Mama redet im Auto mit dem "Navi", obwohl es genauso wenig zuhört, wie die Lieben daheim. Sie ist enttäuscht, dass Sohn Sören lieber abends auf die Piste geht, als einen harmonischen Abend beim Halmaspielen mit den Eltern zu verbringen. Und der einzige Mann, der Mütter wirklich versteht, ist der Frisör.

Natürlich ist im Kabarett auch die Meinung in politischen Fragen gefragt. Die Frisur der Familienministerin war deshalb ebenso Thema wie die hässlichen drei weißen Knöpfe an Merkels Jacken-Revers, die womöglich den modebewussten französischen Staatschef irritieren.

Aber auch ernste Töne kamen zum Anklang. Die Künstlerinnen sinnierten über Lebensweisheiten, wie dass man als Mutter einfach mal das Nicht-Perfekte kritiklos anerkennen könnte oder dass man im Leben oft auf Hilfe angewiesen ist. Dabei gaben sie sehr viel Persönliches preis. Thea Eichholz erzählte zum Beispiel, wie sie als verwitwete Mutter zweier Kinder oft auf Hilfe angewiesen war. Und wie glücklich sie sei, inzwischen einen neuen Partner gefunden zu haben, der eine ähnliche Lebenssituation erlebt hatte. Dies waren die Momente im Programm, in denen das Thema Gottesglaube zur Sprache kam. Als bekennende Christen thematisieren Die Mütter auch ihren eigenen Glauben.

[Badische Zeitung, 10.02.2009]
Autor & Foto: Britta Wieschenkämper
http://www.badische-zeitung.de


Germanys next Top-Muttis

Musik-Kabarett: Die Mütter gastierten in Lörrach gleich zwei Mal vor ausverkauftem Haus Von Bernhard Konrad Lörrach.

Musik-Kabarett von Frauen, die zwischendurch unverblümt über ihren Glauben sprechen, dies vor überwiegend weiblichem Publikum: Das kann für einen männlichen Gast ein anstrengender Abend werden. Die Mütter wissen das und haben sich drauf eingestellt: Uns ist klar, dass Sie nicht freiwillig hier sind, sagen sie zum Auftakt milde und reichen den anwesenden Herren fürsorglich Sport-, Computer- und Autozeitschriften. Mütter...

Die Mütter, das sind Thea Eichholz, Carola Rink und Margarete Kosse. Musikalisch brillant begleitet von Eberhard Rink (Ich bin eigentlich nur der Busfahrer), gastierte das Trio am Wochenende bei der Freien Evangelischen Gemeinde. Diese hat gemeinsam mit der Gemeinde an der Christuskirche Die Mütter nun bereits zum zweiten Mal nach Lörrach eingeladen.

Zwischen Bügelwäsche und Wäschetrockner, nölenden Kindern und mäßig motivierten Ehemännern, Küche und Keller loten die drei Frauen die Tiefen und Untiefen des mütterlichen Daseins aus. Das ist ziemlich originell, manchmal nachdenklich, immer unterhaltsam, keineswegs platt und nie bieder. Am liebsten nehmen sich die drei starken, facettenreichen Stimmen selbst auf den Arm - den letztlich liebevollen Blick auf ihre Familien verlieren sie dabei selbst im größten Chaos (Rink: Tinnitus kommt von Teenie) nie aus den Augen. Denn sie wissen: Da ist dieser Mann, der mich versteht, mir Komplimente macht und mir durch die Haarspitzen streicht. Ist zwar der Friseur, aber egal.

Mütter können peinlich sein (Kosse: Ich bin bekennende Glucke), verständnisvoll bis zur Selbstaufgabe (Eichholz: Mein Mann sagt, die Waschmaschine sei ihm unheimlich) und überfordert (Eichholz: Gestern ging das Navi mit mir Gassi) - sie bleiben doch unverzichtbar. Aber mal ehrlich Mütter: Mark Twain hatte recht, als er sagte: Meine Mutter hatte einen Haufen Ärger mit mir, aber ich glaube, sie hat es genossen.

Eine Konstante des Programms ist das changieren zwischen ironischer Distanz und unverstellter Offenheit. Obgleich der ein oder andere Titel andeutet, dass Glaube zu den tragenden Säulen ihrer Existenz zählt, war für den ungeübten Mütter-Besucher die Unvermitteltheit, mit der dieses Thema angesprochen wurde, zunächst etwas seltsam. In jedem Fall wirkte es authentisch, als Thea Eichholz über den frühen Krebstod ihres Mannes sprach, das Alleinsein, die Kinder, ihren Glauben und ihr neues Leben mit neuem Mann und nun noch größerer Familie.

So was kann man gut finden - oder auch nicht. Es war jedenfalls entschieden glaubwürdiger als manch steriler Seelenstriptease, mit dem einige Künstler ihrem Auftritt den Anschein von Tiefgründigkeit und Nähe zum Publikum verleihen möchten. Verblüffend bleibt, wie zwanglos die Mütter den Anschluss an diesen vor Kreativität und Lebensfreunde sprühenden Abend wiederfanden. Wir meinen´s doch nur gut, heißt das Programm. Na ja, gut gemeint ist noch längst nicht gut gemacht - aber das wahr echt verdammt (ups - sorry) gut.

[Verlagshaus Jaumann, 09.02.2009]
Auto: Bernhard Konrad
http://www.verlagshaus-jaumann.de


Aus der Seele gesprochen

Musikkabarett „Die Mütter“ vor 600 Besuchern

Foto: DüllROTHENBURG – Mutter ist die Beste! Und viele Mütter sind unschlagbar. Eine mit über 600 Besuchern randvolle Reichsstadthalle zeugte am Samstag von der Zugkraft des Musik-Kabarett-Trios aus dem Westen Deutschlands, aber auch vom Ruf, den Pro-Chor-Leiter Andreas Gubo mittlerweile als Kulturveranstalter genießt.

Thea Eichholz, Carola Rink und Margarete Kosse nennen sich „Die Mütter“ und würdigen dabei auf kabarettistische Art weit mehr noch, nämlich die moderne Frau als multifunktionales Wesen. Hier amüsieren sich nicht nur Geschlechtsgenossinnen köstlich, während Männer im Speziellen den einen oder anderen Fortbildungskurs erteilt bekommen wie die telefonische Fernanleitung zum Haushaltsgeräte-Gebrauch („so piepst die Mikrowelle nicht, so piepst der Wäschetrockner“). Auch lernen sie, dass es gemeinhin nicht sie sind, sondern der Friseur ist, der Frauen durch die Haare streicht und Komplimente macht.

Augenzwinkernd reflektiert das Trio den aufreibenden Alltag zwischen zugspitzartigen Wäschebergen und beruflicher Selbstverwirklichung, zwischen aufkeimendem Burnout-Syndrom und innerer Einkehr, zwischen Glucken-Glück und Enervierung. „Selbst Gartenzwerge haben eine höhere Aufnahmefähigkeit als meine Kinder“, heißt so ein Satz, bei dem gewiss nicht wenige im Publikum kopfnickend in sich hineinlachen. Überhaupt erreicht der Wiedererkennungswert der abwechslungsreichen Mischung aus geschliffen poppigen, beseelten Satzgesängen (am Klavier begleitet von Eberhard Rink) und gewitzten Sentenzen einen Spitzenwert. Daraus quillt fürwahr Balsam für die gestresste Seele der modernen Hausfrau.

Dass die eloquent-flotten „Mütter“ dabei nicht nur berührend komisch sind, sondern auch Lebenshilfe sowie hie und da unaufdringlich, aber selbstbewusst ein christliches Bekenntnis formulieren, das macht sie für viele um so wertvoller. Wertvoll sind auch ihre Botschaften und Träume, die davon handeln, das Unperfekte einfach mal stehen lassen zu können und sich so angenommen fühlen zu dürfen, wie man ist.

Es ist ein Kabarett fernab der fiebrig fabulierenden Turbo-Häme. Wenn die drei spotten, dann mit Liebe zum Subjekt und nicht ohne Selbstironie. Mitreißend ihre stilecht armfuchtelnde Hip-Hop-Parodie, die nicht der einzige Versuch bleibt, sich in die „Kids“ hineinzuversetzen („was denken die – oder denken die überhaupt?“).

Urkomisch sind auch das „Pubertäts-Medley“ („Fenchel-Tee statt Fete“), die boarisch zünftige Trachten-Selbsthilfegruppe oder der Song, der Hüften wie Hefe aufgehen lässt („Ich hab‘ die Schokolade doch nur angeguckt“).

Die Mütter sprechen vielen aus der Seele. Sie spenden dem Normalfall Nestwärme, ohne zumindest der „kleinen Sehnsucht“ das Fliegen zu verwehren, von der das gleichnamige, innig interpretierte Lied des Filmmusik- und Chansonkomponisten Friedrich Hollaender handelt. Auch die leisen Töne sind in diesem Programm überaus klangvoll. Frenetisch laut klingt am Ende der Applaus des begeisterten Rothenburger Publikums, das „Die Mütter“ erst nach zwei Zugaben entlässt.  

[Fränkischer Anzeiger, 18.05.2009]
www.fraenkischer-anzeiger.de
Foto: Düll


Hauptsache von Herzen

Die Mütter« in der rappelvollen ev. Kirche Kaan-Marienborn

aww Kaan-Marienborn. »Der Siegener an sich quengelt.« Aus Sicht der »Mütter«, pädagogisch bewertet, versteht sich. Oh, die drei Damen werden es sehr wohl genossen haben, dieses Quengeln, das sich in lang anhaltendem Klatschen von über 400 Händepaaren äußerte. Und wie das bei Müttern eben so ist, wenn man ihnen nur lange genug in den Ohren liegt, geben sie irgendwann auch schon mal nach. »Die Mütter« jedenfalls taten es am Samstagabend, und das Publikum in der rappelvollen ev. Kirche in Kaan-Marienborn bekam, was es wollte: zwei Zugaben.

Die Mütter - Foto: awwMal wieder waren Thea Eichholz, Carola Rink und Margarete Kosse in der Gegend, mal wieder wurden sie stilsicher begleitet von »Busfahrer« Eberhard Rink an Klavier, Akkordeon und Claviola. Mitgebracht hatten sie ihr aktuelles Programm »Wir meinen’s doch nur gut!« Was genau die weibliche Hälfte der Menschheit gut meint, wenn sie etwas gut meint, wollten offenbar auch einige Vertreter der männlichen Entsprechung in Erfahrung bringen. Dass die höchst bedeutungsschwangere Frage »Ist das schon dein drittes Bier?« dazugehört, wird gewiss den wenigsten von ihnen gefallen haben – so gut gemeint wollen es die Herren der Schöpfung dann wohl doch nicht haben. Dabei wollten die drei Frauen ihnen wirklich gut: Zwar gab es keine Carrerabahn-Spielecke, aber immerhin verteilten sie zu Beginn Zeitschriften an die Männer. Einer wollte keine – »Meinste, das war ein Freiwilliger?«

Nachdem mittels Schnick-Schnack-Schnuck geklärt war, wer denn nun die Ansage machen durfte, gingen das Trio ganz »muttiviert« zu Werke. »Die Mütter«, das ist Musik-Kabarett vom Feinsten, aus dem Leben gegriffen (zumindest für Frauen mit Ehemännern und Nachwuchs), oft herrlich-witzig, seltener – aber dann umso intensiver – nachdenklich und ernst. Auch der christliche Glaube der »Mütter« findet, unaufdringlich zur Sprache gebracht, seinen Platz. Gesanglich sind Thea Eichholz, Carola Rink und Margarete Kosse sowohl solistisch als auch im Satzgesang klasse. Da machte das Hören auf die niveauvollen Texte doppelt Spaß. Auch darstellerisch gaben sie eine gute Figur ab, und die wechselnden Kostüme vom Dirndl bis zum Hip-Hopper-Outfit brachten zusätzlich Farbe ins Spiel.

Thematisch drehte sich freilich fast alles darum, was Mütter und (Ehe-)Frauen so umtreibt. Zur Beantwortung der Frage aller Fragen, nämlich was sie eigentlich will, sang das Trio den Herren ganz beruhigend zu, dass sie fast alles tun können – Hauptsache, es kommt von Herzen. Doch machen wir uns nichts vor: Der einzige Mann, der eine Frau wirklich versteht, ist ihr Friseur. Die pädagogische Aufbereitung von bedrucktem vierlagigem Toilettenpapier – wie wär’s mit einem Bio-Leistungskurs auf der Rolle? – beschäftigte »Die Mütter« ebenso wie das Schicksal der einzelnen Socke, die doch eigentlich für die Zweisamkeit gedacht ist. Oder das Schicksal der Frau an sich, die nun mal grundsätzlich ein Stück Hefe in sich trägt, das irgendwann unweigerlich aufgeht.

Natürlich wissen die drei, dass zu Kabarett immer auch die Politik gehört – und deshalb kommentierten sie gleich mal die Frisur Ursula von der Leyens und die »drei dicken, weißen, hässlichen Knöpfe« am Blazer von Angela Merkel. Zickenalarm ist ihnen ebenso wenig fremd wie der Kampf mit dem Navi-Gerät oder den langsam erwachsen werdenden Sprösslingen (herrlich: die dreiteilige Reise durch die Pubertät »Wenn die Kinder flügge werden« samt Improvisationsjodeln). In ernsteren Momenten besang die »bekennende Glucke« Margarete Kosse die »Glücksmomente« beim Betrachten ihrer schlafenden Kinder, Thea Eichholz bezeugte, dass sie auf Gottes Hilfe vertraut (»Gib mir deine Last«), und Carola Rink erinnerte mit Friedrich Hollaenders »Eine kleine Sehnsucht« daran, dass es doch noch mehr geben müsse, »als sich durch den Alltag zu wuseln«. Insgesamt ein unterhaltsam-intelligentes Gesamtpaket, das alles Quengeln wert war.

[Siegener-Zeitung, 1.12.2008]
http://www.siegener-zeitung.de
Foto: aww


Alltag einer stressgeplagten Hausfrau

Von Gunnar Freudenberg

Remscheid. Mitfühlend sind sie ja, "die Mütter" - sie wussten sofort, wie sie die wenigen Männer in der voll besetzten Klosterkirche auf ihre Seite ziehen konnten. "Mal ehrlich, ihr wärt doch lieber beim Zahnarzt als hier beim Frauen-Kabarett, oder nicht?"

Wie im echten Wartezimmer verteilten sie an das vermeintlich starke Geschlecht kurzerhand Zeitschriften, die nur Männer interessieren. "Eine Spielecke mit Carrerabahn wäre einfach zu laut gewesen." Und hätte womöglich übertönt, wie Thea Eichholz-Müller, Carola Rink und Margarete Kosse auf Einladung der Freien Evangelischen Gemeinde Lennep fortan in den Wunden der gestressten Frauenseelen bohrten.

Was schmerzhaft klang, erwies sich aber schnell als beste Unterhaltung. über zwei Stunden lang balancierte das Kabarett-Trio gekonnt zwischen lackierten Fußnägeln und schlecht sitzenden Haaren, Socken und Navigationssystemen, Klorollen und Politik hin und her.

Anders als Mario Barth, der mit seinen Mann-Frau-Geschichten sogar das Berliner Olympiastadion füllt, hauen die drei Damen nicht nur einfach auf die Macken des anderen Geschlechts drauf, sondern greifen die Szenen aus dem Alltag einer stressgeplagten Hausfrau auch mit einer gehörigen Portion Selbstironie auf. "Dass wir Frauen Gewichtsprobleme haben, liegt doch vor allem daran, dass wir immer alles in uns hineinfressen."

Am stärksten sind "die Mütter" immer dann, wenn Carola Rinks Ehemann Eberhard in die Tasten seines Keyboards greift, um das stimmgewaltige Trio zu den umgetexteten Songs zu begleiten. Ganz nebenbei werden die Männer so in die geheimen Wünsche der Frauen eingeweiht. "Wenn es vom Herzen kommt, kannst du fast alles machen" heißt es in einem Lied - ganz egal, ob die ans Bett gebrachten Brötchen später auf der Matratze krümeln.

Natürlich kommen "die Mütter" auch auf den eigenen Nachwuchs zu sprechen. Wurden in den letzten Programmen der seit neun Jahren tourenden Combo noch Säuglings- und Kleinkindphase abgehandelt, versetzen sie sich diesmal in die Denkweise der (vor)pubertierenden Brut - "falls diese überhaupt denkt". Ob als HipHopper oder Jodlerinnen verkleidet, am Ende können sowohl die männlichen als auch die weiblichen Besucher den Müttern nur attestieren: "Sie meinen's doch nur gut!"

[General-Anzeiger Remscheid, 27.09.2008]
http://www.rga-online.de


"Kann denn Bügeln Sünde sein"

(lr). Zweieinhalb Stunden lang strapaziert die Gruppe "Die Mütter" die Lachmuskeln ihrer Zuschauer. Dass Männer unter den rund 330 Gästen in der Freien evangelischen Gemeinde zur Minderheit gehören, liegt am Thema des Kabarettprogramms. Mit "Kann denn Bügeln Sünde sein" - eine Abwandlung des bekannten Liedes von Zarah Leander - ist vor allem die bessere Hälfte der Menschheit in Scharen zu dem ungewöhnlichen Auftritt im Blankenfeld geeilt. So mancher Ehegatte muss an diesem Abend die lieben Kleinen selbst in den Schlaf singen.

Wetzlar. Carola Rink, Thea Eichholz und Margarete Kosse aus dem Raum Köln/Gummersbach nehmen die Alltäglichkeiten als (Haus-)Frau und Mutter auf die Schippe. Der Abend wird eine Parodie auf den Mütter-überlebenskampf.

Im Schlafanzug

Gleich zu Beginn taumeln die drei Damen schlaftrunken im Schlafanzug auf die Bühne, um auf die vielfachen Herausforderungen des Alltags in einem Mehr-Personen-Haushalt hinzuweisen. Von den vollen Windeln bis hin zum Gatten, der sich bei der Hausarbeit rar macht, reichen die Erfahrungen. Von Maniküre und Sonnenstudio können die jungen Mütter nur träumen.

Als die Damen ins Publikum fragen, welche Frau heute schon von ihrem Partner gelobt worden ist, wird es verdächtig ruhig. Auch bei der Frage, welcher Mann wohl im Haushalt mal den Abwasch erledigt, bleibt es ziemlich stumm. Immer wieder greifen "Die Mütter" Szenen aus dem Alltag einer stressgeplagten Hausfrau mit einer gehörigen Portion Selbstironie auf. Ob bekannte Lieder von den Comedian Harmonists, Chansons oder modernen Popsongs, immer haben die drei Frauen, die seit 1999 als "Die Mütter" auf Tournee gehen, den Melodien eigene Texte verpasst. Der Saal kocht als sie zudem Song "Super Trouper" der schwedischen Gruppe ABBA ihre Erfahrungen mit Tupperabenden zum Besten geben.

Kabarett und Glauben

Carola Rinks Ehemann Eberhard hat die Ehre, das Trio am Keyboard zu begleiten und ab und an eigene musikalische Akzente zu setzen.

Eben noch haben die drei Frauen, die zuhause jeweils zwei Kinder zu versorgen haben, den ganzen Kirchensaal zum Lachen gebracht, nun schildern sie ernst, was ihr Leben ausmacht. Damit wird das Konzert ein Spagat zwischen musikalischem Kabarett und authentischem Glaubensbekenntnis. Thea Eichholz-Müler berichtet, wie ihr Mann Bernd-Martin vor eineinhalb Jahren an einer Krebserkrankung stirbt und sie ganz neu dadurch ins Fragen kommt, was im Leben wirklich zählt. Das Lied "Gewöhn mein Herz an die Ewigkeit. Der Weg dorthin ist gewiss nicht weit" ist im letzten Lebensjahr mit ihrem Ehemann entstanden. In einigen Liedern verpacken "Die Mütter" nun ihren Glauben, besingen, die Liebe, Gnade und Güte Gottes, die sie in allen Lebenslagen trägt. Zum Schluss drehen die drei Frauen noch einmal richtig auf, verabschieden das Publikum immer wieder in neuer Verkleidung. Als das Publikum mit frenetischem Beifall Zugaben fordert, scheinen sie nur widerwillig diesem Wunsch nachzukommen. Schnell stellt sich aber heraus, dass die drei Frauenauch ihren Abgang professionell beherrschen.

So manche Zuhörerin kann ihren humorvoll geschilderten Erfahrungen nur beipflichten und empfindet das Program als Balsam für die gestresste Frauenseele. Aber auch Männer erhalten Einblick in die geheimnisvolle Welt des anderen Geschlechts, verstehen zuweilen etwas mehr, was die Frau an ihrer Seite wirklich bewegt und beschäftigt. Und vielleicht ist etwas Verständnis füreinander gewachsen.


[Wetzlarer Neue Zeitung, 14.04.2005]
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Foto: Rühl


Mit ihrem neuen Programm "Kann denn Bügeln Sünde sein?" eroberten "Die Mütter" die proppenvolle Lukaskirche.

Flittard - So muss es wohl sein, wenn sich gute Freundinnen zu einem Abend daheim verabredet haben, zu einem gemütlichen Glas Wein vielleicht, zu Knabbereien wahrscheinlich, zu einer vertrauten Runde jedenfalls, in der von den großen Konflikten bis zum kleinen Wehwehchen alles einmal ausführlich besprochen wird. Männliche Gasthörer sind bei solchen quasi-okkulten Zusammenkünften in der Regel unerwünscht - offen gesagt: unmöglich. Und so müsste es an dieser Stelle und in alle Zukunft auch bei Mutmaßungen bleiben, wenn da nicht Thea Eichholz, Margarete Kosse und Carola Rink wären. Die drei Kabarettistinnen - allesamt aus dem näheren Kölner Umfeld - touren seit nun bereits fünf Jahren als "Die Mütter" durch die Lande und geben dabei tiefe Einblicke in die oft so rätselhafte Welt des weiblichen Geschlechts. Mit ihrem neuen Programm "Kann den Bügeln Sünde sein?" machten sie in der Lukaskirche Station.

Und die ist bis auf den letzten Platz restlos ausverkauft. 350 Gäste sind gekommen - eine erdrückende weibliche übermacht, mit nur weit versprengten männlichen Anteilen. "Hier sind ja Männer", wird der tapfere Rest auch gleich zur Begrüßung aufs Korn genommen. "Ist doch egal", gibt es als Nachschlag, um dann mit der triumphierenden Hymne "Heute ist Muttertag" in den Abend zu starten. Was folgt ist eine Gala der guten Laune. Grazil wie Sumo-Ringer stampfen die drei in blauen Haushaltsschürzen den Schwangeren-Tanz ("Endlich fängt das Leben an"), singen fantastisch im eleganten Abendkleid, erörtern die Gefahren der geistigen Verarmung während der Baby-Pflege ("Für wen genau sind eigentlich die ganzen Bären, Hasen und Töff-Töffs auf die Windeln gerduckt?") und geben - frei nach dem Motto "Selbst ist die Frau" - praktikable Beauty-Tipps für daheim (Augenlifting mit Tesafilm, Tipp-Ex auf die Eckzähne, Achselhaarentfernung über dem Toaster).

„Keine Frage: Die Gute-Laune-Formel beherrschen „Die Mütter“ aus dem Eff-Eff. Doch das besondere ist der ungewohnte Umschwung, den die Aufführung nimmt, wenn sie aus einer sorglos-komischen in eine ernste, weil sehr intime und zerbrechliche Stimmung wechselt. Wie Thea Eichholz ihre ganz persönlichen Vorstellungen von Gott, die Wurzeln ihres eigenen Glaubens sehr rührend und ganz unpathetisch freilegt, wird den Gästen wohl lange im Gedächtnis bleiben. Jubel, eine durchweg freundliche Atmosphäre, Mitklatschen und großzügiger Applaus waren der verdiente Lohn für „Die Mütter“. Und ganz nebenbei beseitigten sie auch letzte, eventuell noch auf männlicher Seite gehegte Zweifel, so ein Frauenabend müsse doch stinklangweilig sein.“

[Kölner Stadtanzeiger, 25.11.2004, von Thomas Neuhaus]


„Im organisierten Chaos zwischen Windeleimer, Tupperware-Tisch, Bügelbrett, Teddybär und Kinderklamotten an der Wäscheleine zelebrieren „Die Mütter“ ihr zweistündiges Programm. Mit ganz viel Musikalität, flotten Sprüchen, aber auch einer gehörigen Portion Selbstironie unterhalten sie das begeisterte Publikum in Brautkleidern und Schlafanzügen nicht nur, sondern geben den kleinen grauen Zellen reichlich Stoff zum Nachdenken. Auch den männlichen. Wir haben es kapiert. Wer Geschirr spülen kann, hat Glück bei den Frauen. Her mit dem Lappen! Beim Finale tobt der Saal. ... Prasselnder Beifall war der verdiente Lohn für die drei Künstlerinnen, die ein klasse Muttertags-Geschenkpaket geschnürt hatten.“


[Siegener Zeitung, 08.05.2003]


Drei scharfzüngige Damen mit Herz

Sie beherrschen den ganz alltäglichen Wahnsinn zwischen Tupperparty und Windeleimer: "Die Mütter". Drei scharfzüngige Damen operieren am offenen Herzen ihrer Geschlechtsgenossinnen. Sie demonstrieren die Kunst, über sich selbst zu lachen. Das Team vom Frühstückstreffen für Frauen in Siegen hat "Die Mütter" eingeladen und bietet damit ein Highlight zusätzlich zu den üblichen zwei Treffen im Jahr. Thea Eichholz - Carola Rink - Margarete Kosse sind drei Sängerinnen aus dem Kölner Raum, Mütter von je zwei herzerfrischenden Kleinkindern, Ehefrauen reizender und doch tüchtiger Ehemänner. Sie wollen mehr Muttertage - fußballfreie Zonen - Kinder, die mit ihren Vätern spielen, Küchen, in denen die Männer spülen sowie Kirchen, in denen "Die Mütter" singen.

Auf die Frage, was sie am 8. Mai um 19:30 Uhr im Schauplatz Lyz in Siegen wohl machen, antworten sie frech: "Statt wie normal Spaghetti mit Tomatensoße für die liebe Kinderschar gibt es an diesem Abend Quatsch mit Soße für Singles, Familien und andere Menschen, ausserdem Chansons zu drei Stimmen für Gourmets, Lieder und Geschichten vom lieben Gott und den lieben Verwandten, von Dienstag bis Weihnachten, von der Tupperparty bis zum Abendmahl.

Die Veranstaltung von Frauen für Frauen baut ganz auf Vorverkauf. An der Abendkasse sind nur noch Restkarten verfügbar. Die Vorverkaufsstellen: Siegen: Buchhandlung Schneider, Sandstraße; Eiserfeld: Buchhandlung M. Will, Eiserntalstraße; Weidenau: Buchhandlung MankelMuth, Hauptmarkt; Geisweid: Handarbeitsstübchen Weber, Rijnsburger Str.; Kreuztal: Quelle Shop Gellert, Marburger Strasse; Hilchenbach: Buchhandlung Prein, Rothenburger Str. Netphen: Schreibwaren Weinaug, Lahnstr.; Neunkirchen: Braun`s Lädchen, Kölner Strasse; Burbach: Buchhandlung Lesezeichen, Nassauische Strasse.


[Inside-siegen.de, 16.04.2003, von SLY]


Eine Mutter nicht erschüttern

Abend –Premiere des Frühstücks-Treffens für Frauen ein Hit

Hut ab, die Damen! So eine Super-Stimmung tobt längst nicht bei jeder Veranstaltung im Schauplatz Lyz durch den voll besetzten Saal.
Dabei machen die drei Frauen, die im Nachtgewand und in extra scharfen Puschen auf die Bühne schlurfen, alles andere als den in der Mütterselbsthilfegruppe beschworenen dynamischen Eindruck. Der Grund? Das letzte Mal durchgeschlafen haben sie im Februar `96 oder `97. Die lieben Kleinen geben eben auch in den Stunden nach Mitternacht keine Ruhe. "Die Mütter", so nennt sich das mit drei feinen Stimmen verwöhnte Kabarett-Trio aus dem Raum Köln, wissen wovon sie sprechen - und vor allem singen: " Das kann doch eine Mutter nicht erschüttern".

Und Bescheid weiß auch das Publikum. Denn das besteht zu 99 Prozent aus Frauen. Klar, dass das Feedback zwischen Bühne und Saal bei so einer Konstellation eher eine Frage von Sekunden als Minuten ist. Aber der Auftritt "Der Mütter" am Donnerstagabend im Lyz war auch eine Premiere. Erstmals hatte der Verein "Frühstückstreffen für Frauen" (die SZ hat immer wieder über die Veranstaltungen berichtet) eine Abendveranstaltung organisiert. Edith Fuhrmann, Leiterin des Siegener Zweigs der inzwischen weltweiten christlich geprägten Bewegung, wies bei aller Freude über das "volle Haus" auf die Motivation der Frühstückstreffen hin, sich gemeinsam Gedanken über Lebensziele und Orientierungen zu machen. Das vergaßen auch "Die Mütter" nicht, die, auch am Beispiel persönlicher Krisen, ihr tiefes Vertrauen in Gott bekannten.

So ganz ohne männliche Hilfe kommen aber auch Thea Eichholz, Carola Rink und Magarete Kosse nicht aus. An den Keyboards sitzt Bernd-Martin Müller, der mittels Perücke zwar zur blonden Bernadette mutiert, sich aber ganz tapfer schlägt. Er weiß, wie so viele von uns Männern, wie Mann in Sachen Hausarbeit zu argumentieren hat: "Zwei linke Hände sind ein Geschenk des Himmels!" Klar, dass man dann aber nicht für immer den Nummer-1 Platz im Herzen der Angebeteten besetzt, die ist nämlich längst "Von Kopf bis Fuß auf Miele eingestellt".

Im organisierten Chaos zwischen Windeleimer, Tupperware-Tisch, Bügelbrett, Teddybär und Kinderklamotten an der Wäscheleine zelebrieren "Die Mütter" ihr zweistündiges Programm. Mit ganz viel Musikalität, flotten Sprüchen, aber auch einer gehörigen Portion Selbstironie unterhalten sie das begeisterte Publikum in Brautkleidern und Schlafanzügen nicht nur, sondern geben den kleinen grauen Zellen reichlich Stoff zum Nachdenken. Auch den männlichen. Wir haben es kapiert. Wer Geschirr spülen kann, hat Glück bei den Frauen. Her mit dem Lappen! Beim Finale tobte der Saal. Aus Abbas "Super Trooper" machen "Die Mütter" die "Super-Tupper-Party bei Tamara" (die werden für Männer allerdings immer ein Mysterium bleiben), um schließlich nach einem spannenden Ausflug ins Hip-Hop-Land als fesche Bayern-Mädels mit einem sarkastisch-volkstümlichen Liedl "Grüß Gott" zu sagen. Prasselnder Beifall war der verdiente Lohn für die drei Künstlerinnen, die ein klasse Muttertagspaket geschnürt hatten.

[Siegener Zeitung]


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